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Cheers, Mzansi!

CapeTown Posted on Thu, July 22, 2010 10:43:34

Nun ist es also tatsächlich soweit: das Jahr in Südafrika ist vorbei und in wenigen Stunden geht es ab in Richtung Norden. Da kein Blog sich gerne auf gepackten Koffern sitzend schreiben lässt und ich die letzten Stunden auch mit dem Aufsaugen der letzten Eindrücke verbringen will, in denen jede Alltagshandlung auf einmal etwas Endgültiges in sich trägt, fasse ich mich kurz:

Danke, Kapstadt! Danke, Südafrika! Danke, Afrika!

[Sonnenaufgang in Sesriem / Namib]

[Mittagshitze im Dead Vlei / Namib]

[Tafelberg bei Nacht / Kapstadt]



Wave your flag!?

CapeTown Posted on Fri, June 25, 2010 12:55:30

Da
war es wieder – dieses mulmige Gefühl in der Magengegend. Und die
ehrliche Freude über Özils Tor, die mich mitsamt der
schwarz-rot-goldenen Flagge hatte aufspringen lassen, wurde von einer
grölenden „Deutschlaaaaaaand! Deutschlaaaaaand!“-Welle erfasst.
Mit jeder Woge trieb sie ein Stück weiter von mir weg und ließ mich
etwas hilflos mit meiner Fahne zurück. Ja – ich war verkrampft.
Schon wieder.

Eigentlich
hatten wir ja mit der WM 2006 eine Dosis nationaler Befreiung
verordnet bekommen und fühlten uns nach anfänglichem Zaudern bald
schon sehr viel besser. So wurde mir zumindest von allen Seiten
versichert – sogar von der englischen Boulevardpresse! Es schien,
als seien wir aus dem grauen Tal der Trauer und des (Selbst-)Mitleids
hinaus marschiert. Endlich konnten wir gemeinsam mit anderen großen
Nationen Europas in unseren jeweiligen Nationalfarben elf Personen
anfeuern. Nicht unbedingt mit vor Nationalstolz geschwellter Brust –
aber immerhin nicht mehr so verkrampft. Der Auto-Wimpel war
sichtbares Symptom der Besserung.

Aber
trotz dieser ziemlich teuren Radikal-Kur, die auch mich ein Trikot
hat anziehen, Deutschland-Flaggen auf die Wangen
malen und die Nationalhymne hat singen lassen, stehe ich nun im
„Tafelberg“ in Kapstadt in einem Meer von Leuten, die ein Trikot
tragen, Deutschland-Flaggen auf den Wangen haben und die Hymne
gesungen haben – und fühle mich fehl am Platze. Was ist passiert?
Habe ich als Skeptiker damals eine zu kleine Dosis abbekommen?
Andererseits scheint es nicht nur mir so zu gehen.

Vielleicht
hatte ja die Medizin von 2006 auch Nebenwirkungen,
auf die uns jeder Arzt und Apotheker hätte hinweisen können –
hätten wir gefragt. Aber wir waren zu froh endlich mal ohne
schlechtes Gewissen mitmachen zu dürfen. Die andern machen es ja
auch und fanden unsere Zurückhaltung mit Nationalsymbolen immer
schon merkwürdig. Eine echte deutsche Befindlichkeit eben.

[Wenn einen ein somalisch-kanadischer Sänger im Auftrag von Coca Cola dazu auffordert muss man es auch probieren: Flag-waving in der Community-Hall von Khayelitsha beim Spiel RSA v. FRA]

Noch
so eine deutsche Befindlichkeit war übrigens die teutonische
Zurückhaltung in militärischen Angelegenheiten. Während andere
Länder schon immer wenig Probleme hatten bewaffnete Streitkräfte
durch die Welt zu schicken fanden sich die Deutschen im Schatten
ihrer jüngeren Geschichte und dem „Nie wieder!“-Transparent in
der Rolle des Sonderlings. Auch hier war der – von außen begrüßte
– Wandel ein zunächst zaghaft, aber stetig. Wo wir zuerst nur
finanziell fremde Soldaten unterstützten schickten wir bald
unbewaffnete Aufklärer, die sodann zur Selbstverteidigung bewaffnet
und schließlich mit robustem Kampfmandat ans Horn von Afrika
geschickt wurden. Von der pazifistischen Landesverteidigungs-Armee
ist das etwas so weit entfernt wie der Hindukusch von der Sicherheit
Deutschlands.

Der
Punkt ist der: Nicht alles, was andere merkwürdig finden, ist
notwendiger Weise schlecht. Dass wir uns wenigstens teilweise
unserer gewalttätigen Geschichte gestellt haben ist im europäischen
Vergleich auch eher ungewöhnlich – aber ist es deshalb falsch?
Deutschland hat mit Faschismus, Nationalismus und (Staats-)Symbolik
besonders leidvolle Erfahrungen gemacht. Nicht als einziges Land.
Aber nur weil anderswo über die Mussolinis, Francos und Pinochets
immer noch mehr geschwiegen als geredet wird – wird es dadurch
besser? Die deutsche Rolle im zweiten Weltkrieg und während der
Shoah war bislang einzigartig. Und wenn wir hinterher das einziges
Land sind, das für sich spezielle Lehren daraus gezogen hat werden
diese nicht dadurch falsch, dass andere sie (noch) nicht teilen. Ein
gebranntes Kind springt nicht nochmal übers Feuer, auch wenn es bei
den Freunden bisher mehr oder weniger gut gegangen ist. Es könnte
die anderen vielmehr warnen mit dem dämlichen Gehopse aufzuhören
und endlich das Grillzeug holen. Das wäre mal ein echter
Fortschritt, von dem alle was hätten.

Statt
dessen hab ich 2010 den Eindruck, dass wir vielleicht doch wieder
mithopsen wollen. Noch nicht jetzt direkt, aber bald. Meine sehr
persönliche Erfahrung aus Südafrika dazu ist, dass die Fan-Gesänge
monotoner geworden sind. Wurden früher noch humorvolle Chöre wie
„Du hast die Haare schön“, „Eine Straße, viele Bäume“ ,
„Wir wolln den Netzer sehn“ oder das bereits recht anspruchsvolle
„Auf geht’s Deutschland – schießt ein Toooor“ gesungen wurde
hört man hier nur „Deutschlaaaaaaaaand!“ und seine jeweiligen
Abkürzungen in autistischem Dauergesang. Beim produzieren dieser
authentischen Stadion-Atmosphäre fühlt man sich natürlich durch
die lokalen Plastikbläser gestört, die dann auch gerne beschimpft
und mit einem fast schon kreativen „Wir singen scheiß Vuvuzela“
bedacht werden. Das alles vermengt sich zu einer eher ablehnenden,
fast schon aggressiv wirkenden Atmosphäre und klingt nicht gerade
nach den Freunden, bei denen die Welt zu Gast war.

[Kurz bevor einer Rot sieht. Ja – die Entscheidung war hart. Aber ja – es war auch ein Foul. Aber genützt hat es den Serben letzten Endes eh nichts.]

Ich
habe kein Problem damit im Trikot die deutsche Mannschaft anzufeuern
und werde genau das am Sonntag tun. Auf der Grand Parade. Mit Flagge.
Hoffentlich mit Schweini. Inmitten englischer, deutscher und vielen
hartgesottenen südafrikanischen Fans. Denn es geht nicht darum, dass
man „sowas als Deutscher nicht darf“.

[Darf man schon: hier z.B. vor dem Stadion in Port Elizabeth]

Denn
vielleicht haben wir 2006 einfach missverstanden: Es ging nicht
darum, dass Deutschland seine Flaggen entdeckt hat. Es ging darum,
dass die humorlosen, effizienten Deutschen plötzlich unbeschwert bei
einer bunten, internationale Party mitfeiern konnten. Jetzt sind die
Gäste gegangen, die Party ist vorbei, wir bleiben mit unseren
Flaggen zurück und probieren aus, wozu die noch gut sind. Aber
Flaggen, die nicht mit, sondern gegen einander geschwungen werden,
wirken nicht fröhlich, sondern aus meiner Sicht bedrohlich. Und
apropos verkrampft: nur weil jemand mit schwarz-rot-gold auf der
Backe den Namen seines Geburtslandes grölen kann ist er noch lange
nicht entspannt.

[Auch angespannt: Zuschauer haben gerade den französischen Anschlusstreffer erleben müssen. Und Uruguay führte auch nicht so hoch wie erhofft…]



Rassenkampf?

CapeTown Posted on Wed, May 05, 2010 23:30:02

Da
war es wieder, dieses andere, hässliche Gesicht Südafrikas: Kurz
nachdem am 3. April
Eugène Terre’Blanche auf seiner Farm von seinen zwei schwarzen
Angestellten ermordet wurde flatterten wieder die blau-weiß-orangenen
Farben des Apartheidtsregimes, die „Stem van Afrika“ wurde von
wütenden Weißen in khakifarbenen Anzügen mit dem Aufdruck „100%
Boer“ (Bure) gesungen. Ihnen gegenüber führten Schwarze aus dem
angrenzenden Township Freudentänze über den Tod des Rechtsradikalen
ET, wie Terre’Blanche von den lokalen Medien genannt wird (als wäre
er von einem anderen Stern), auf. Sie feierten die mutmaßlichen
Mörder als Helden, rissen traditionelle Waffen wie die, die bei der
Tötung benutzt wurden, in den Himmel und skandierten „Kill the
Farmer, Shoot the Boer“. Um genau dieses alte Lied des
Freiheitskampfes hatte es schon vorher heftige Kontroversen gegeben,
als „Juju“ Malema – Präsident der ANC Jugendorganisation
(ANCYL) – dieses wiederholt und entgegen einer gerichtlichen
Anordnung bei öffentlichen Veranstaltungen gesungen hatte. Dass Juju
an jenem Wochenende ausgerechnet in Zimbabwe den Diktator Mugabe zu
dessen erfolgreichen „Landreform“ beglückwünschte und darüber
sinnierte, dass auch Südafrika von diesem leuchtenden Beispiel
lernen müsse, legte noch einige Kohlen unter den kochenden
Dampfkessel, zu dem Südafrika geworden zu sein schien.

[Lauert hier das Böse? Rosa Hütte mit Herzchen-Toilette in den Cape Flats]

Journalisten
aus aller Welt, die eilfertig die eingehenden Agenturmeldungen
umschrieben und um ihr eigenes – oft scheinbar von
Joseph Conrad inspiriertes – Afrikabild ergänzten, warnten
vor der nahenden WM schon vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen.
Ausnahmsweise mal nicht wegen der Kriminellen, sondern wegen
handfester ethnischer Konflikte. Steht also Südafrika vor einer
Zerreißprobe entlang der „Rassenlinien“? Haben die
„Suidlanders“ recht, die schon „sichere
Farmen“ außerhalb großer Städte einrichten, die sie mit
Waffengewalt gegen die anströmenden schwarzen Horden verteidigen
wollen, wie damals die Vortrekker ihre Wagenburg am Blood River.

Ja
– in Südafrika brodelt es. Und nein: auch wenn momentan ein
ungeheures Gefühl der Unsicherheit unter den Weißen besteht – die
Bruchlinie verläuft nicht dort, wo sie Apartheidsanhängern und
Pan-Afrikanisten gerne sehen. Dieser Konflikt wird – wie
sooft – dort ausgetragen werden, wo er von Touristen und
Wohlhabenden nicht wahrgenommen wird: in den Townships. Dieser
Konflikt gärt schon seit einigen Jahren und brach schon einmal mit
tödlichen Konsequenzen aus. Täglich versteckt er sich in kleineren
Zeitungsmeldungen und Gesprächen mit Taxifahrern. Einer dieser
Taxifahrer ist Jean. Er ist aus seinem Heimatland Ruanda in das
vergleichsweise wohlhabende Südafrika geflüchtet. Ob vor ethnischen
Spannungen, oder nur einem bitterarmen Leben – was macht das für
einen Unterschied? Es gibt viele wie Jean. Sie kommen aus Ruanda, der
Demokratischen Republik Kongo, Somalia – vor allem aber aus dem
benachbarten Zimbabwe. Sie sind verzweifelt, oft besser ausgebildet
als Südafrikaner in ähnlich desolater Lage und deswegen oft
erfolgreich, wenn es darum geht wenigstens hier und da ein paar Rand
zu verdienen. Die Parkeinweiser, Souvenirverkäufer, Saisonarbeiter
und eben Taxifahrer – sie sind meist selber fremd in Südafrika.

[Es braut sich was zusammen… Wolken über Ausläufern von Nyanga bei Cape Town]

Und
wie überall sind es die Fremden, die oft als Sündenbock für das
eigene Elend her halten müssen. Nicht immer sind diese Fremden aus
anderen Ländern. Einwohner der offiziellen Townships steinigen
Feuerwehrautos, die eine angrenzende „informelle Siedlung“
löschen wollen; Einwohner der informellen Siedlung machen wiederum
Stimmung gegen „Backyard Dweller“, die in winzigen Hütten im
Hinterhof von Sozialbauwohnungen leben. Aber wegen ihrer
vergleichsweise geringen Zahl, ihres kaum vorhandenen rechtlichen
Schutzes und ihrer (für Afrikaner) offenbaren Andersartigkeit stehen
Ausländer ganz unten in dieser Hackordnung des Elends. Ein
vermeintlicher oder nichtiger Anlass kann ausreichen und schon werden
somalische Shops geplündert und Hütten von Kongolesen nieder
gerissen, während die Fremden vom Mob aus der Siedlung gejagt
werden. Im besten Fall werden sie dann mit nur einigen Blessuren und
ohne ihre Habe von der Polizei in ein Auffanglager gebracht.
Diese sind zwar meist aus blanken Wellblechhütten, die im Sommer zu
Backöfen und im Winter zu Eisschränken werden, gezimmert, aber sie
sind leidlich sicher. Solange man nicht zum Arbeiten das umzäunte
Gelände verlässt… Gerüchten zufolge hetzten sogar manche
Lokalpolitiker gegen die Ausländer, um von schlechter
Grundversorgung und Arbeitslosigkeit abzulenken – wählen können
die ohnehin nicht. Auch Jean macht sich keine Illusionen. Er hat bald
genug Geld angespart, um wieder nach Ruanda zurückgehen zu können.
Das Geld, sagt er und lächelt, das habe er sicher in seiner Hütte
versteckt. Denn wenn es losbricht müsse es schnell gehen – da kann
man nur mitnehmen, was direkt greifbar ist. Dass es wieder losgehen
wird, daran hat er keinen Zweifel. Die bange Frage ist nur wann.
Schon kursieren Gerüchte in den Townships, dass man nach der WM,
wenn der Fußballzirkus und mit ihm die Weltöffentlichkeit weiter
gezogen ist, mal „ordentlich aufräumen“ werde.



Afrikanische Gretchenfrage

CapeTown Posted on Mon, April 12, 2010 11:57:24

Die Osterglocken sind
verklungen, die importierten Lindt-Schokohasen aus den Regalen
verschwunden und alle Eier wurden entweder gefunden, oder von
Stachelschweinen genascht. Die Wiederauferstehung Jesus’ ist auch in
Südafrika gebührend (d.h. europäisch) begangen worden –
spirituell wie kommerziell. Aber wie steht es denn nun in Südafrika
mit der Religion? Neben den Vorstellungen, dass Afrikaner stets
Knochen werfen und Ahnen beschwören lassen ist das einzig Religiöse,
das internationale Aufmerksamkeit erregt, der in schöner
Regelmäßigkeit veröffentlichte Papst-Aufruf an den
pandemiegeplagten Kontinent doch bloß keine Kondome zu benutzen.
Amen.

Doch wer interessiert
sich hier eigentlich für das, was ein deutscher Katholik in Rom zur
Auslegung eines sehr alten Buches zu sagen hat? Man dürfte doch
vermuten, dass Federn und Wurzeln wesentlich liberaler sind was
Verhütung angeht. Aber wer so denkt der verkennt, dass das
Christentum in Südafrika die dominante Religion ist. 85 % bezeichnen
sich selbst als christlich – und die Mehrheit davon ist sehr viel
gefestigter im Glauben als die meisten Europäer. Als wir im
vorweihnachtlichen Bulawayo (Zimbabwe) etwa nach dem Weg gefragt
haben bekamen wir nicht nur die gesuchte Wegbeschreibung, sondern ich
wurde auch gleich von den hilfsbereiten Passanten gesegnet (mit
Handauflegen) und habe diese Ehre nach anfänglichem Zaudern
natürlich freundlich erwidert.

[Erzbischof Desmond Tutu,
streitbarer Geistlicher für eine geeinte Regenbogennation (diesen
Ausdruck hat Tutu geprägt). Er gehört zur anglikalischen Kirche,
hat Frau und Kinder und offenbar Spaß am Leben. Bild entnommen von
www.Blogula-rasa.com]

Der Grundstein für
dieses feste Glaubensfundament wurde mit der Kolonialisierung gelegt.
Missionare brachten das Wort Gottes mit Barmherzigkeit und Bajonett
in die Kolonien, wo es auf oft ungebildeten und ohnehin
abergläubischen – also sehr fruchtbaren – Boden, fiel. Nach der
Entkolonisierung übernahmen fast alle Staaten einen sehr radikale
„Entwicklungspolitik“: Im Einklang mit IWF und Weltbank wurden
Sozialsysteme (wo sie überhaupt bestanden) stark zurück gefahren
oder gleich ganz abgeschafft, um den freien Markt zu stärken. Die
Missionen wurden dabei als bequeme, weil für den Staat kostenlose,
Sozialhilfe gesehen, was natürlich ihr Ansehen in der verarmten
Bevölkerung weiter steigerte. Einem hungrigen Magen ist es nicht so
wichtig, ob er aus einer Rippe geformt wurde oder nicht. Dass die
Bildung weiterhin mangelhaft bis nicht vorhanden blieb tat ihr
Übriges. In jüngerer Zeit begreifen auch mehr und mehr radikale
Splitterkirchen (insb. aus den USA) Afrika als spirituellen
Wachstumsmarkt. Und dank großzügiger Zuwendungen, die oft zur
Selbstbedienung korrupter Kleriker und Politiker einladen, fällt die
Expansion leicht. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der
politische Einfluss religiöser Gruppen stetig wächst.

Dabei gehen und gingen
Kirchen oft eine unheilige Allianz mit archaisch-patriarchaischen
Vorstellungen ein. Homophobe Gewalt etwa wird durch die entsprechend
ablehnende Haltung der großen Religionen unterstützt. Das
Strafgesetzbuch in Uganda, das Sex zwischen Männern nun mit der
Todesstrafe belegt, wurde maßgeblich durch die Initiative
amerikanischer Wiedererweckter auf den Weg gebracht (wobei diese
schnell sind zu versichern, dass ihnen die Todesstrafe zu weit geht –
lebenslange Haft hätte ja gereicht…). Auch die althergebrachte
Stellung der Frau – respektive unter der des Mannes – lässt sich
bestens mit dominanten Glaubenskonzepten in Einklang bringen.
Zweitausend Jahre alte Konzepte passen eben gut zu ähnlich alter
Stammeskultur. Aber dieses Phänomen ist nicht nur auf schwarze
Gemeinden beschränkt. Es ist gute Sitte in vielen von konservativen
Afrikaanern (Boeren) besuchten Kirchen, dass die Frauen gefälligst
hinten zu sitzen haben; von Moscheen, die in urbanen Gegenden viele
Anhänger unter den Farbigen haben, einmal ganz abgesehen.

[Zulu-Sangoma bei der
Arbeit. Bild entnommen aus ZululandEcoAdventures unter
www.eshowe.com]

Wo Kirche und Kraal
einmal nicht so harmonisch zusammen passen wird entweder der Glaube
modifiziert – eine christliche Sekte glaubt etwa daran, dass ihr
vor 40 Jahren verstorbener Gründer die Wiedergeburt Jesus’ war und
er von einem bestimmten Berg in den Himmel aufgestiegen ist;
allerdings haben sich innerhalb dieser Bewegung nun vier verfeindete
Splittergruppen gebildet, die sich erbittert um das Vorrecht über
den Berg streiten –, oder die Tradition wird getrennt von der
Kirche weiter gepflegt. So ist es kein Widerspruch, dass im Township
Khayelitsha direkt neben einer heruntergekommenen Gemeindekirche ein
Hexenmeister (getarnt als Kräuterheiler) – ein sog. Sangoma –
seine Dienste anbietet. Und die Chancen stehen gut, dass viele
Kirchgänger nach der heiligen Messe bei ihm vorbei schauen.
Geisterbeschwörung im Krankheitsfall, Knochenwerfen für
Karrierezwecke oder Talismane am Rückspiegel gehören zum Leben
vieler Schwarzafrikaner wie Auf-Holz-Klopfen, Salz über die linke
Schulter werfen oder Bleigießen für Europäer. Oft steht dabei
nicht das Spirituelle im Vordergrund, sondern eher
Traditionsbewusstsein. Wobei die Übergänge fließend sind. Die
Ahnen sind Teil der Tradition und der alltäglichen Welt, sie sind
erfahrbar in Krankheiten, Tieren, Pflanzen und Träumen. Wo hört da
Tradition auf und wo beginnt ursprünglicher Glaube? Gott ist da
oben, die Ahnen sind hier. Beide existieren irgendwie neben- und
miteinander – der eine abstrakter, das andere bodenständiger. Dass
der christliche Gott die Welt geschaffen hat und unser Leben und Sein
bestimmt wird von der Mehrheit inbrünstig geglaubt. Aber wenn es um
handfeste Probleme geht ist ein im Busch einem Vogelgeist gestohlener
Zauberstock doch sehr viel handfester als die Heilige
Dreifaltigkeit…



Lasset die Spiele beginnen!

CapeTown Posted on Tue, March 02, 2010 08:33:28

Noch 100 Tage (und ein paar Stunden) bis
zum Anstoß der ®Fifa©-WM© in Südafrika! Und während noch geschäftig an Stadien
und Mannschaftsunterkünften gewerkelt, „Public Safety Officer“-Westen an
Parkwächter verteilt und die letzten Nicht-Sponsoren mit Klagen überzogen
werden wollen wir uns den Luxus gönnen kurz inne zu halten und auch mal an
Herrn Blatter zu denken…

Er war es immerhin
– er allein – der „Die Spiele“® auf diesen gottverlassenen, rückständigen
Kontinent gebracht hat und so seinen bescheidenen Teil zu Entwicklung und
Weltfrieden beigetragen hat. Und wo wir gerade über Weltfrieden reden – da war
doch noch was… Tue Gutes und sprich darüber, lautet seit jeher die Devise
geschäftstüchtiger Samariter und deshalb war ich nicht verwundert als ich las,
dass eben jener Herr Blatter (dem Schwarzafrika DAS Mega©-Event® seit seiner
Entdeckung verdankt!) mit dem Friedensnobelpreis liebäugelt. Warum auch nicht?
Wenn es neuerdings schon reicht nichts zu machen, um diesen Preis zu bekommen,
dann kann man als umtriebiger Schweizer (also als Herr Blatter, Chef der
weltumspannenden Hilfsorganisation ®Fifa©) wohl erst recht erwarten, dass man
als humanistischer Vorkämpfer damit bedacht wird.

Aber ob Herrn
Blatter (Freund und Förderer Afrikas®) der ihm zustehende Platz im Olymp der
Friedensstifter auch anerkannt wird hängt auch vom reibungslosen Ablauf eben
jenes Fußball©-Mega-Ereignisses ab, das den etwas heruntergekommenen Kontinent
unterhalb von Europa mal so richtig auf Zack bringen soll. Und das könnte hier, im Gegensatz zu
Deutschland, ein Problem werden – das weiß auch der Herr Blatter (Herrscher des
mächtigsten Sportverbandes auf der ganzen Welt). Aber ewiger Ruhm ist nun mal
nicht umsonst und niemand soll ihm hinterher vorwerfen können, er hätte sich den
Weg nach Oslo mit mickrigen Wahlreden oder ein, zwei Kinderheimen erschlichen.
Hier geht es um ganz andere Kaliber! Ein ganzes Land – ach was! – ein ganzer
Kontinent muss auf Vordermann gebracht werden. Und weil denen hier unten
einfach nichts zuzutrauen ist macht man das am besten mit altbewährten
Partnern. Da weiß man wenigstens, was man hat.

Soll ja keiner
„afrikanisches“ Bier aus Holzstümpfen oder so trinken müssen. Deshalb lässt
sich der gute Kumpel Budwiser© (Haus-“Bier“Brauer der Fifa©) nicht lumpen und schifft
dafür schönes amerikanisches Helles aus dem Heimatland der Demokratie über den
ganzen Ozean rüber zu den Schwarzen. Und sollte das nicht reichen, weil die
Engländer überraschend viel trinken, wird kurzfristig doch bei den
Einheimischen nachgekauft – gegen Glasperlen, so hört
man. Damit die Fußball©-Fans das aber nicht merken wird vorher penibel das
Etikett abgeknibbelt. Billige Arbeitskräfte gibts hier ja genug. Und sonst wäre
der gute Kumpel Budwiser auch bestimmt enttäuscht, der sich mit den ganzen
Schiffen ja so viel Mühe gegeben hat.

Auch den
Ticket©verkauf muss man an straffen Zügeln halten, damit alles nicht
entgleitet. Für Afrika hat sich der Herr Blatter (IT Vorreiter und Visionär)
deshalb was ganz besonderes ausgedacht: Internetverkauf! Das hat den Vorteil,
dass man auf den Seiten nur „Deutschland© 2006“ gegen „Südafrika© 2010“
austauschen muss und vor allem, dass die hier unten endlich mal einen Anreiz
bekommen sich PC-Kentnisse (und einen PC) zuzulegen. Kann ja nicht so schwer
sein. So gut es gedacht war, leider hat der Herr Blatter (Fifa©-Filantrop)
nicht mit der Faulheit der afrikanischen Massen gerechnet. Die wollen einfach
nicht begreifen und kaufen weder PCs, noch Tickets und scheitern meist schon an
der benutzerfreundlichen Startseite. Afrika, halt.

Neben der
IT-Bildung steht für die ®Fifa© die Infrastruktur ganz im Vordergrund der
Entwicklungshilfe. Und wer mal objektiv die Situation in Südafrika besehen hat
dem war schon immer klar: was dieses Land braucht ist ein teures Nahverkehrssystem
modernster Busse auf hochgelegten Spuren, hightech TV-Übertragungskapazitäten
und ein halbes Dutzend riesiger Stadien, die mehr Leute fassen können, als ihr
Standort Einwohner hat. Blatter sei Dank sind diese Prioritäten nun richtig
gesetzt und es wird weniger Geld für Trinkwasserversorgung, Wohnprogramme und
Gesundheitsfürsorge verschwendet. Dem Aufschwung Südafrikas als entwickelte
Fußballübertragungsnation steht damit nichts mehr im Wege! Und wer sich dabei
darüber beschwert, dass Südafrika kein menschenwürdiges Minimum an Trinkwasser
mehr garantieren kann, der versteht das Große Ganze (also ihn, den Herrn
Blatter) nicht. Außerdem kann der dann ja immer noch Bier trinken. Vorzugsweise
Budweiser.

[

Brot gibts zwar nicht, dafür
aber Spiele. Man kann halt nicht alles haben.]

Aber nur ein Land
zu befrieden wäre für einen vom Schlage Blatters (Großmäzen des „runden
Leders“®) noch viel zu wenig und reicht außerdem wahrscheinlich nicht für den
Friedensnobelpreis. Gut, dass quasi automatisch auch die umliegenden
Länder mitgerissen werden und die dort
leidende Bevölkerung zu Frieden und Wohlstand geführt wird. So hat z.B. der
Fifa©-Sonderemissär für Reisepakete (der nur zufällig Neffe Blatters des Großen
ist) mit einem wohltätigen Geschäftsmann aus Zimbabwe (der nur zufällig Neffe
des nicht ganz so großen Diktators Mugabe ist) einen lukrativen Deal
ausgehandelt, damit auch im armen Nachbarland etwas vom üppigen Geldregen
ankommt, der auf die ganze Subsahara-Region niedergehen wird. Vorzüglich.

Neben der
Entwicklungshilfe steht aber vor allem der Spaß und die Sicherheit der Fans®
ganz oben auf der Agenda von dem Herrn Blatter (der Weltmeister©-Meister,
sozusagen) – vor allem von denen aus Oslo. Und weil Afrika bekannt für
schlechte Qualität ist werden die Fifa©-TShirts und das Fifa©-Maskottchen®
sicherheitshalber in Asien produziert. Die kosten dann zwar ein Vielfaches von
dem, was der arme Südafrikaner monatlich zum Leben hat, aber das schillernde
Plastikviereck mit dem Emblem von Herrn Blatters eigener Organisation (der
Fußball©-Fifa) kann man wenigstens ehrfürchtig an den vorbeikommenden Touristen
bestaunen. Und damit niemand in die Verlegenheit kommt lächerliche
Draht-Schlüsselanhänger eines Straßenlümmels mit nach Hause nehmen zu müssen
und sich statt dessen für originelle Tassen mit Fifa©-Aufdruck entscheidet,
sorgt der Herr Blatter (der „Weiße Masai“) dafür, dass die so lange verklagt
werden, bis sie sich gar nicht mehr aus ihren Wellblechhütten trauen. Ist
sowieso besser fürs Stadtbild.

Die Bühne ist also
weitgehend bereitet, die Welt fiebert mit. In 100 Tagen wird nicht nur zum Anstoß
einer weiteren glorreichen Fußball©-Weltmeister®-Schaft gepfiffen, sondern zur
Entwicklung eines ganzen Kontinents. Der Herr Blatter und seine Fifa© haben
jedenfalls alles in ihrer beträchtlichen Macht stehende getan, dass es ein
sportlicher und humanitärer Erfolg wird: Schwarzafrika muss diese Chance nur
noch ergreifen. Aber selbst wenn außer einem Vorrunden-Aus für Italien nichts
weiter bei dieser WM© herum kommen sollte wäre der Nobelpreis (also
Friedens!-Nobelpreis) für den Herrn Blatter, der das alles möglich gemacht hat,
noch nicht vom Tisch. Arafat, Peres und Rabin haben ihren ja schließlich
auch bekommen…

[Tataaa: Zakumi, der (die? das?) nicht
nur japanisch klingt, sondern auch wie eine Manga-Figur aussieht, präsentiert
das Runde, das hinterher ins Eckige muss. Vorzugsweise dann aber nicht mit der
Hand…]*

*Bild
entnommen von http://oglobo.globo.com/blogs/africa10/



Eindrücke III

CapeTown Posted on Sat, February 20, 2010 19:32:37

Drei
Durchschläge mit Ziege (zwischen Maun und Ghanzi, Botswana)

Jetzt
übertreiben sie es aber langsam, denke ich mir, als schon wieder ein
Polizist auf der Straße steht und uns an den Rand winkt. Botswana
scheint um seine Autofahrer tatsächlich besorgt zu sein – und weil
Verkehrskontrollen und allgemeine Belehrungen über den
Straßenzustand („Die Straße ist schlecht…“) durch ein
örtliches Kommittee unter einem Zelt am Straßenrand billiger sind
als die Straßen selbst zu verbessern heißt es alle paar Kilometer:
langsamer werden, anhalten, zuhören, nicken, weiterfahren.

[Ob man an der schönen alten Brücke denn auch baden könne, hat ein Gast unseres Backpackers die Einheimischen gefragt. “Ja”, war die Antwort, “wenn man schnell genug ist schon.” – Der Okavango hat eine erschreckende Vielzahl von Krokodilen…]

Aber
diesmal ist es anders: eine echte Geschwindigkeitskontrolle! Der
Polizist bittet mich höflich aus dem Fahrzeug und führt mich zum
mobilen Laser, an dem er mir meine Geschwindigkeit und das aktuelle
TÜV-Siegel des Messgerätes zeigt. Ob ich dagegen etwas einzuwenden
hätte? Nein? Dann bitte weiter zu den Kollegen unterm Akazienbaum.
Dort werde ich von zwei Beamten in ihrem Polizeiwagen in Empfang
genommen. Der erste nimmt meine Geschwindigkeitsüberschreitung zu
Protokoll (11 km/h innerhalb von geschlossenen Ortschaften, wobei mir
unklar ist, wo sich dieser geschlossene Ort befinden soll), überträgt
die Daten meines Führerscheins und meines Reisepasses und händigt
mir, nachdem ich mit einer Unterschrift und nach einer Belehrung auf
Einwände und Einlassungen verzichtet habe, zwei Durchschläge aus.
Einer blassrosa, einer hellblau. Dann werde ich zum Kollegen von der
„Finanzstelle“ weiter gereicht, will sagen: ich gehe um das Auto
herum, auf dessen Ladefläche – das bemerke ich jetzt erst – eine
unglücklich wirkende Ziege festgebunden ist. Der Kollege auf dem
Beifahrersitz nimmt den blassrosa Durchschlag entgegen, händigt mir
eine Tabelle des Verkehrsministeriums aus, auf dem die Höhe des
Bußgeldes für jede Überschreitung der Geschwindigkeit ab 1 km/h
(!) aufgezeichnet ist und beginnt damit, die
Geschwindigkeitsüberschreitung, meine Daten etc. in ein weiteres
Formular zu übertragen. Nachdem ich auch gegen die Verhängung des
konkreten Bußgeldes keine Einwände habe und die happigen 300 Pula
(etwa 35 Euro) bezahlt habe, bekomme ich nicht nur darüber wieder
einen Durchschlag, sondern natürlich auch das Original der Quittung.
Alles muss eine Ordnung haben. Als ich mich vom Polizeiauto entferne
spricht mich ein unglücklicher südafrikanischer Tourist an, der
fragt ob ich ihm Rand in Pula wechseln kann (ich kann nicht). Sein
Bußgeld von gut 550 Pula könne er nämlich nicht bezahlen, weil er
nur noch Rand habe, die sie hier nicht akzeptiert werden. Und ohne
Zahlung wollen sie ihn nicht weiterfahren lassen, weshalb er jetzt
mitten im Nirgendwo (pardon: einer geschlossenen Ortschaft!) in
Botswana festsitzt. Da ich ihm leider nicht helfen kann wünsche ich
ihm viel Glück beim nächsten Autofahrer. Als ich zum Auto zurück
gehe höre ich die Ziege blöken – das wäre vielleicht auch die
Rettung für den gestrandeten Verkehrssünder. Aber als Tourist hat
man so leider selten Vieh dabei…

[Tourist? Wieso Tourist?! Fotosafari auf einer Insel im Delta]

[Die Wildpferde von Aus/Namibia. Überhaupt gibt das steppige Innland Namibias eine prima Kulisse für Western ab.]

Wo
die wilden Kerle wohnen (Waterfall-Trail, Cederberge/Südafrika)

„Das
Problem ist, „ erklärt mein unfreiwilliger Begleiter „dass es in
Südafrika keine echten Männer mehr gibt.“ Um seine Analyse zu
unterstreichen lässt er die mannshohe Peitsche, die er bei sich
trägt, geräuschvoll durch die Luft zischen. „Alle verweichlichen
viel zu sehr – DAS ist das Problem.“ Die etwas schlaksige Gestalt
mit breitem Tropenhut und wettergegerbtem Gesicht, die sich durch ihr
ähnliches Tempo an meine Fersen auf dem Weg zum Wasserfall geklemmt
hat, schwelgt nun in Erinnerungen ihrer eigenen (mutmaßlich
glorreichen) Militärzeit. Ein Monolog, der mir die Zeit gibt meine
Blicke und Gedanken etwas schweifen zu lassen. Der Weg vom
Campingplatz zum Wasserfall führt etwa dreihundert Höhenmeter an
einer tief eingeschnittenen Schlucht entlang die Cederberge hinauf.
Wo eigentlich dunkles Tannengrün die Hänge bedecken sollte ragen
nur noch schwarze Stümpfe empor. Jemand hatte wohl im vorvergangenen
Jahr sein männliches Grillfeuer (das traditionelle Braai) ebenso
wenig unter Kontrolle wie die Feuerwehr den daraus entstehenden
Waldbrand. Überhaupt kommt mir die These, dass das entscheidende
Problem fehlende Männlichkeit und Härte ist, in einem Land, das die
höchste Rate von Vergewaltigungen, ein massives
Gewaltkriminalitätsproblem und das beste Rugby-Team der Welt hat,
etwas gewagt vor. Und überhaupt wird mir in der nächsten halben
Stunde noch einmal vor Augen geführt, dass große Teile der
südafrikanischen Mittelschicht – schwarz oder weiß – in einer stark
körperlich-archaischen Kultur leben. Beide haben nicht direkt mit
einander zu tun und doch decken sie sich bei Themen wie der
Wiedereinführung der Todesstrafe, gezielten Todesschüsse auf
Kriminelle, einem patriarchaischen Familienbild und einem elterlichen
(meist väterlichen) Züchtigungsrecht bis ins Detail.

[Der Orange-River hat seinen Namen daher, dass er mehr Sand und Sediment mit sich führt als der Nil oder der Jangtse. Schnorcheln kann man hier vergessen.]

Das urtümliche
Männlichkeitsbild wird in der weißen Mittelschicht vor allem durch
im Rugby erfolgreiche Söhne gepflegt. Jedes Jahr kommen bei dem
Versuch dem Vater und sich selbst etwas zu beweisen und in ein
nationales Team zu kommen mehrere Jugendliche zu Tode. Teils kippen
sie vor Überanspruchung einfach um, wenige werden während des
Spiels – gegen das die gut verpackten Football-Spieler aus den USA
wie Memmen wirken – tödlich verletzt, die meisten jedoch sterben
krampfend und alleine auf irgend einer Toilette, weil das
Dopingmittel doch nicht so sicher war, wie der Dealer (oder Trainer)
behauptet hatte. Aber das ist wohl der Preis in fast jedem
Spitzensport. Anders als bei der Tour de France allerdings gewinnt
nicht unbedingt der Sportler die Herzen, der einfach nur gut ist – er
muss dabei ordentlich einstecken und austeilen können. Je roher eine
Mannschaft vorgeht, desto besser für die Ticketverkäufe. Wenn der
Planwagen schon nicht mehr mit Gewalt weiter getrieben werden kann,
dann doch wenigstens das ovale Schweineleder.

Anders
als früher beim Planwagen stellt sich diesem jedoch kaum ein
Schwarzer in den Weg – die Anzahl nicht-weißer Spieler und Fans
lässt sich fast an einer Hand abzählen. Ein Großteil schwarzen
Testosterons entlädt sich dafür innerhalb der Townships – und
gerade an Frauen. Gewalt- und Sexualverbrechen sind an der
Tagesordnung und nicht vollständig mit Armut und Perspektivlosigkeit
zu erklären. Wo Lesben durch Massenvergewaltigungen „geheilt“
werden sollen, wo das soziale Umfeld häufig dem Opfer sexueller und
häuslicher Gewalt die Schuld gibt und wo ein Mann, der knapp einer
Verurteilung wegen Vergewaltigung entgangen ist, zum Präsident
gewählt wird (das mutmaßliche Opfer wurde vor Gericht mit Steinen
beworfen) liegt das Problem tiefer.

Das
alles sage ich meinem Begleiter nicht. Und warum auch? Erstens habe
ich nicht gedient und deshalb ohnehin kaum eine Meinung und zweitens
klänge meine Moralapostelei reichlich hohl. Erzwungener ehelicher
Beischlaf, Züchtigungsrecht und Schwulenhass waren vor noch nicht
allzu langer Zeit auch bei uns sehr salonfähig… Ein Grund sich
daran zu erinnern, dass all dies auch bei uns mühsam erkämpft
werden musste. Und wer den Zeigefinger nicht mahnend hebt kann ihn
viel besser in die Wunde legen – denn ein ehrlicher, nicht
moralinsaurer Diskurs darüber ist in Südafrika bitter nötig.

Wir
erreichen endlich den Wasserfall, der sich auf ein Plateau hoch über
dem Tal ergießt. Bei annähernd vierzig Grad im Schatten dürfte der
Pool zwar tiefer sein, aber ich bin nicht wählerisch. Als ich mich
nach kurzer Erfrischung wieder auf den Rückweg machen will muss ich
allerdings noch die Frage los werden, warum mein Begleiter eine
Peitsche mit sich herum schleppt. „Wegen der Paviane.“ lautet die
lakonische Antwort. Meinen etwas skeptischen Blick bemerkend fügt er
hinzu: „Und weil ich mich damit einfach besser fühle!“

[Nicht so groß und beeindruckend wie die Vic-Falls, aber auch sehr erfrischend: Wasserfall in den Cederbergen.]



Eindrücke II

CapeTown Posted on Thu, February 18, 2010 15:11:54

Highlander
(Thabana-Pass, Lesotho)

Noch
zehn Meter, noch fünf Meter, jetzt! Die Kühlwasser-Nadel bleibt
kurz vor der kritischen Marke stehen, zittert kurz und sinkt mit dem
ersterbenden Motorgeräusch wieder ab. Unser schwer beladenes Auto,
die steile Straße aus Matsch und Felsen und die dünne Höhenluft
haben unser Kühlwasser in die Knie gezwungen. Da hilft nur warten.
Resigniert gehe ich raus in den Nieselregen und öffne die
Motorhaube, um mir die Sache näher anzusehen. Warme Luft getränkt
vom Geruch des heißen Motoröls schlägt mir entgegen und verdrängt
die ansonsten kristallklare Bergluft.

[Unterwegs in Lesotho: Asphalt ist hier selten – und das ist auch gut so. Denn wo geteert ist haben sich große Schlaglöcher (Potholes) gebildet. Von deren Bekanntschaft mit Autoreifen zeugen diverse zerfetzte Gummireifen alle paar hundert Meter.]

Als ich meinen Blick über den
wilden Berghang gleiten lasse sehe ich eine Person, die sich uns
langsam auf einem kleinen Pferd, bzw. einem großen Pony nähert. So
unwegsam Lesotho auch sein mag, so überraschend bevölkert ist es
doch rund um die wenigen Straßen, die das Land durchziehen. Bisher
wurden wir bei fast jedem unserer gewollten und ungewollte Autostopps
von Einheimischen „begrüßt“. Die mangelnden Englisch-, bzw.
Sesotho-Kenntisse reduzierten die Unterhaltung leider immer auf ein
weniger freundliches als vielmehr forderndes „Money!“, begleitet
von einer aufgehaltenen Hand. Kein Vorwurf – über den so
offensichtlich wie breiten Wohlstandsgraben hinweg (Lesotho ist eines
der ärmsten Länder der Welt) lässt sich kein Gespräch auf
Augenhöhe führen. Doch als der in groben rötlichen, mit
südamerikanisch anmutenden Mustern gewebten, Decken gekleidete
Reiter neben unserem Dampfenden Motor anhält bleibt die erwartete
Forderung aus. Statt dessen beugt er sich interessiert über den Kopf
seines vom Höhenunterschied im Gegensatz zu unserem Auto gänzlich
unbeeindruckten Ponys, um besser in den Motorraum sehen zu können.
Dann sieht er mich an und fragt in fehlerfreiem Englisch: „Do you
need help?“ Als ich verneine wirft er noch einen letzten Blick auf
den V6-Motor, nickt würdevoll in meine Richtung und lenkt sein Pferd
den Abhang hinunter und verschwindet schließlich im Nieselregen. Er
hinterlässt einen Eindruck davon, dass die Einwohner Lesothos
ursprünglich ein stolzes, freies Bergvolk waren, dass lange Zeit
erfolgreich jedem Angriff auf ihre Himmelsfestung getrotzt haben und
weit über ihr Hochland hinaus berühmt-berüchtigt waren. Aber Armut
und Hunger verzehren nach und nach auch den größten Stolz…

[Der Reiter verschwindet im Nebel]

[Potholes der angenehmeren Art im Blyde River Canyon bei Graskop, Südafrika]

Drink
doch eene met (Victoria-Falls, Zimbabwe)

Als
die ersten dicken Tropfen auf dem Asphalt zerplatzen wird mir klar,
dass ich mich doch verschätzt habe. Eigentlich wollte ich nur kurz
runter in die „Stadt“, die sich nach ihrer einzigen
Daseinsberechtigung „Victoria Falls“ nennt und eher eine
Ansammlung von Hotels, Backpackern und Andenkenläden ist. Aber dann
holt mich doch schon auf halber Strecke das nachmittägliche
Regenzeit-Gewitter ein. Ich stehe, unschlüssig ob ich umkehren und
nass, oder weitergehen und klatschnass werden soll, vor einem billig
aussehenden Lokal, dessen rundum umgitterte Veranda einen
zweifelhaften Gefängnis-Charme verbreitet. Dort scheint jemand mein
Zögern bemerkt zu haben, denn sofort ruft jemand:“Komm doch rein
und trink ein Bier mit!“ Lachend prostet eine Gruppe aus mehreren
Männern und einer Frau mir aus dem Käfig zu. Ich überlege kurz:
einerseits kommt es mir etwas dubios vor, dass mich mehrere Schwarze
(der unterschwellige Kriminalitäts-Rassismus aus Südafrika geht
auch an mir nicht spurlos vorbei) zum Bier zu sich rufen.
Andererseits trage ich aus Gewohnheit keine Wertgegenstände bei mir,
es ist hellichter Tag, die Kneipe liegt an einer der
Hauptverkehrsstraßen und vor allem: ich bin hier in Zimbabwe, nicht
in Südafrika. Wer die Nachrichten aus Mugabe’s Harare, die Bilder
der Straßenkämpfe 2008 und die Geschichten über brutales Militär
im Kopf hat mag sich fragen, ob das nicht noch eher dagegen sprechen
könnte, die Einladung anzunehmen. Aber um hier en passant mit einem
westlichen Vorurteil (und einem Vorurteil vieler weißer
Südafrikaner) aufzuräumen: die Menschen – auch an den diversen
nächtlichen Straßensperren, die ich soweit in Zimbabwe getroffen
habe, zeichneten sich stets durch besondere Herzlichkeit und
Hilfsbereitschaft aus. Vielleicht liegt es am hohen Bildungsniveau
der meisten Erwachsenen (jaja – noch so ein falsches Vorurteil), oder
am geringeren Einkommensgefälle (wenn man die Eskapaden der
herrschenden Kaste absieht), jedenfalls wäre Zimbabwe alleine seiner
Bewohner wegen eine Reise wert, mit denen man sich dank der
großartigen Natur nicht einmal begnügen braucht. Jedenfalls nehme
nach kurzem Zögern die Einladung an und werde mit großem Hallo,
Handschlägen und einem kalten Dosenbier begrüßt. Alle hier
arbeiten mehr oder weniger regelmäßig in Victoria Falls und
verbringen ihre Freizeit mit der einzigen Beschäftigung, die man
sich als Arbeiter hier leisten kann – Trinken. Zwar ist mit
Einführung des US$ und des südafrikanischen Rand als offizieller
Währung die Hyperinflation gestoppt, aber dafür liegen die Preise
nun auf hohem Niveau. Und weil US$ 1 für eine Dose Bier für viele
immer noch zu teuer ist, um ihren trainierten Lebern einen Vollrausch
zu finanzieren, hilft man sich mit einem alten englischen
Hausmittelchen: Officer’s. Aus einem kleinen Plastikbeutelchen im
Retro-Design wird dazu hochprozentiger Alkohol in die Bierdose
gemischt und so das lokale Starkbier gemischt. Hochprozentig und so
widerlich, dass ich nach einem Schluck dankend und hustend ablehne.
Aber in der schwülen Hitze merke ich auch die drei „unverbesserten“
Bier, zu denen ich in freundlicher Atmosphäre beim Gespräch über
Gott, die Welt und natürlich Fußball („Aus Deutschland?! Jaja –
Michael Ballack… Ihr habt gute Chancen auf den WM-Titel!“)
genötigt werde. Als ich aber beschließe zurück in den Backpacker
zu gehen und meinen Anteil bezahlen will ernte ich lautstarken
Protest. Man habe die Einladung ernst gemeint und das hieße ja wohl,
dass man mir auch die Getränke bezahle! Vielleicht liegt es am
Alkohol, jedenfalls bin ich mehr als gerührt, dass diese Leute, die
sich jeden Dollar vom Mund absparen müssen, mir Tourist unbedingt
die drei Bier bezahlen wollen. Ich bedanke mich natürlich
überschwänglich und lasse beim Rausgehen dem Tisch noch eine Runde
auf meine Rechnung zukommen – so würde man es ja nun auch in Köln
machen.

[Der “Donnerde Rauch” der Victoria Falls ist besonders in der Regenzeit beeindruckend]



Eindrücke I

CapeTown Posted on Mon, February 15, 2010 18:00:19

In
unregelmäßigen Böen greift der starke Wind aus westlicher Richtung
nach unserem Auto, rüttelt kräftig daran und lässt ebenso
plötzlich, wie er gekommen ist, wieder von uns ab. Im
vorausliegenden Grau der Wolken zeichnet sich eine dunkle, wie mit
dem Lineal gezogene Kante ab. Rechts und links davon verdichten sich
dunklere Schwaden langsam zu Kegeln. Schließlich tritt die
Silhouette des Tafelberges, umrahmt von Lionshead und Devils Peak,
majestätisch aus dem grauen Dunst hervor und ein merkwürdiges
Gefühl von Vertrautheit stellt sich ein. Wir sind wieder zurück in
Kapstadt! Zurück dort, wo Strom und Handyempfang selbstverständlich
sind, wo verschwenderisch bestückte Supermärkte an jeder
Straßenecke stehen, wo man sich wieder angewöhnen muss die
Autotüren zu verriegeln.

[Der Tafelberg grüßt schonaus weiter Ferne.]

Während
der Reise vom südafrikanischen
Hinterland durch die Hochebenen von Lesotho, vom geschundenen
Zimbabwe zu den wilden Savannen von Botswana und weiter durch die
Kalahari-Hochebene Namibias hinunter zur Atlantikküste überbieten
sich unsagbare Eindrücke ein ums andere. Jeder Tag muss neu bestaunt
werden, auch wenn man eigentlich noch vom Gestern vereinnahmt wird.
Zum Reflektieren blieb da wenig Zeit – zum Schreiben gar keine. Das
eine, wie das andere, hole ich nun langsam nach.

[Der Storm-River Mouth trägt seinen Namen nicht zu unrecht.]

Dabei
werde ich mich davor hüten das Unmögliche zu versuchen und die
unbeschreiblichen (!) Landschaften Afrikas zu beschreiben. Ich würde
sinnlos Adjektive und Superlative in eine Feuerwerk verbrennen, ohne
einen wirklichen Eindruck davon vermitteln zu können. Das überlasse
ich eingestreuten Fotos, die zwar auch weit hinter der Realität
zurück bleiben, aber dabei wenigstens nicht ganz so hilflos wirken.

[Der Otter-Trail an der Garden-Route gehört zu den berühmtesten Wanderwegen Südafrikas und ist für Jahre ausgebucht. Gut, dass man wenigstens den ersten Teil auch ohne Genehmigung gehen kann.]

Aber
es sind ohnehin nicht die Landschaften, die einen nachhaltig prägen
und jede Reise einzigartig machen – es sind die Menschen, die man
trifft. Der Polizist an einer nächtlichen Straßensperre in Zimbabwe
oder der auf Tourismus umgestiegene Fischer aus dem Okavango-Delta
prägen das Bild ihres Landes mehr, als dessen Postkartenmotive. Sie
lassen sich nur nicht so leicht verschicken…

Wir
müssen leider draußen bleiben(Queenstown, Free State/Südafrika)

Das
fahle Licht einer blanken Neonröhre macht die bestenfalls als
zweckmäßig zu beschreibende Bar nicht gerade gemütlicher. Das
einzig lebhafte in diesem gekachelten Raum mit fleckigem
Billard-Tisch und abgenutzten Barhockern gruppiert um eine sterile
Plastiktheke ist ein plärrender kleiner Fernseher in der hinteren
Ecke des Raumes. Aber man erwartet auch nicht viel, wenn man den
einzigen Campingplatz in Queenstown im Free State anfährt. Hierher
verirren sich kaum Touristen und wenn doch, dann nur um
schnellstmöglich den kargen, irgendwie landwirtschaftlich geprägten
Staat zwischen Wild Coast und Johannesburg zu durchqueren.

Ein
fülliger Mann zwängt sich hinter der Bar entlang, erwidert meinen
Gruß mit einem Grunzen und verschwindet hinter einem Vorhang mit der
Aufschrift „Private Party – No Entry“. Mit meinem Bier kehrt auch
die Kellnerin, gleichzeitig Besitzerin des Campingplatzes und Ehefrau
des Fülligen, zurück. Wir plaudern ein wenig belanglos dahin, bis
sie schließlich als gute Gastgeberin mit dem Kopf in Richtung
Vorhang deutet und sagt, dass heute dort eine kleine Party
stattfinden würde und natürlich wären wir als Gäste auch ganz
herzlich eingeladen. Das sei ja nun eine Selbstverständlichkeit! Ich
wunder mich ein wenig wer sich denn außer Campingplatzgästen noch
hierher, 10km die verlassene Landstraße in Richtung Nirgendwo,
verlaufen soll. Sie scheint meinen irritierten Blick zu bemerken und
meint lächelnd: das mit dem Schild solle ich nicht zu ernst nehmen –
das sei nur, um „Die Schwarzen“ (Gäste) draußen zu halten. Mit
dem Schluck Bier bleibt mir auch eine herausfordernde Antwort im
Halse stecken.

[There is nothing to do in Freestate.]

Verstehen
Sie Pass? (Grenzübergang Telebridge, Lesotho)

Gut,
dass zwischen uns und dem Grenzbeamten eine hölzerne Absperrung
durch die Grenzhütte gezogen ist, sonst wären wir durch die wild
ausladenden Hand- und Armgesten vermutlich schon verletzt worden. Ein
weiterer unverständlicher Redeschwall, begleitet von vehementem
Wedeln mit unseren Pässen. Mit Englisch geht es hier nicht weiter.
Obwohl es eigentlich klar sein sollte, dass das einzige, was vier
weiße Touristen am Grenzübergang Telebridge wollen könnten die
Einreise nach Lesotho ist, scheint es ein ernsthaftes
Verständigungsproblem zu geben. Der Beamte kratzt sich
gestikulierend unter den Armen. -Nein. Krankheiten haben wir keine.
Wieder schwappt das Gerede durch die Hütte und mir dämmert langsam,
was hier vor sich geht: er will nicht verstehen! Weltmännisch
schiebe ich also 50 Rand – etwa viermal so viel wie die Einreise
kosten dürfte – über den Schalter. Lächelnd nimmt er das Geld und
legt es beiseite. Ich glaube wir verstehen uns jetzt. Aber vielleicht
war es doch nicht genug – das Gestikulieren geht weiter, konzentriert
sich jetzt auf Lina, die er, sollte sie nicht verheiratet sein, wohl
ehelichen möchte. Das zumindest könnte das heftige Deuten auf die
Ringfinger bedeuten. Also doch zurück nach Südafrika und einen
anderen Grenzübergang nehmen? Oder einfach mehr Bestechungsgeld
anbieten? Plötzlich nimmt er unsere Pässe, stempelt ebenso heftig,
wie er vorher durch die Luft gewedelt hat unsere Pässe und fragt uns
grinsend und in einwandfreiem Englisch, wo in Lesotho wir denn hin
möchten. Mit unseren gestempelten Pässen reicht er uns mit einer
Geste der Selbstverständlichkeit das korrekte Wechselgeld und
begleitet uns noch zum Auto, um uns Tipps für die Weiterfahrt zu
geben und uns eine schöne Zeit im Mountain Kingdom zu wünschen.
Nachdem mein anfänglicher Ärger Erleichterung und Belustigung
gewichen ist muss ich ihm innerlich Respekt zollen. Er hat jede
unserer vorurteilsbeladenen Erwartungen über das ungebildete,
korrupte Afrika erfüllt und übertroffen – und uns eine
augenzwinkernde Lektion erteilt.

[Das Warten hat sich gelohnt: Lesotho, das Dach Afrikas.]

Dies ist der erste von drei Teilen über Begegnungen auf dem Weg von Kapstadt nach Kapstadt. Die nächsten dauern nicht so lange, wie dieser hier 😉



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